Michael Järnecke

Buch Kunst Objekt Fotografie

Die Fremde Hamburg

Fotografische Feldforschung zu einer eigenen Phänomenologie einer Stadt
Topografie • Architektur • Siedlung • Verkehr

Medien

Analoge Großformat-Fotografie
Digitale Fotografie
Protokolle, Notate
Ausstellungsprojekte

 

Über kurz oder lang wird die Stadt eine andere sein.

 

Die Frage nach dem Wesen einer Stadt durch ihre Veränderungen hindurch beschäftigt mich, seit ich die städtebauliche Entwicklung Hamburgs beobachte. Ich kenne die Stadt aus eigener Anschauung vom Ende der 1960er bis Anfang der 1980er Jahre und dann - mit dem Zeitsprung von einer Generation - wieder seit 2009.

 

Ist die Stadt im Lauf einer Generationenperiode eine andere geworden?

 

Verändert sich nur ihr Outfit? Wechseln nur ihre Bewohner und sie bleibt sich gleich? 

Hat eine Stadt überhaupt ein Wesen? Kann sie ihre Identität wechseln? 

Ist sie eine Korporation, die sich gleichzeitig verändert und durchhält?

 

Eine meiner ersten Fragen war, ob es noch möglich ist, mit einer einzigen Aufnahme eine Stadt vollkommen darzustellen, wie eine mittelalterliche Darstellung, die das Ganze einer geschlossenen Siedlung zeigt. Ich begann, Außenansichten auf Hamburg zu schießen, indem ich mich der Stadt aus der Ebene auf den vorgegebenen Straßen näherte. Kein »Hamburg« zu sehen.

 

Aus diesen "Feldaufnahmen" entwickelten sich analytische Fotografien. Ich machte Fahrten durch die Stadt mit Aufnahmezeiten von einigen Sekunden bis zu einer Stunde. Sie zeigen, was wir mit dem bloßen Auge nicht sehen können, Strukturen der Stadt, der Straßen- und Lichtführung, der Verkehrsflüsse. Durchfahrener Raum verdichtet sich hier in der Zeit der Belichtung auf ein einziges Negativ. Dabei entstehen Ansichten der Stadt, die mir zuvor nicht möglich erschienen, die Einheit einer Straße zum Beispiel, Stadt-Panoramen durch lange Zufahrten auf sie.

 

Wird die Stadt eine andere dadurch, wie ich sie hier fotografisch behandele ? ?

 

Michael Järnecke